Die Ära der Geldschrank-Industrie begann bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als man die bisher benutzten Truhen aufrecht stellte und mit einer Tür ausstattete.

Neben vielen Weiterentwicklungen, besonders der Schlösser, ermöglichten verschiedenste Erfindungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts neue Möglichkeiten und läuteten das technische Zeitalter ein.

Die ersten Dampfmaschinen wurden in Deutschland gebaut, Friedrich Krupp eröffnete seine Gussstahlfabrik in Essen, die ersten Eisenbahnen fuhren. Ein enormer Aufschwung, ständig neue Erfindungen, die Entwicklung der Technik und der Industrialisierung dominierten diese vom Aufbruch geprägte Epoche.

Durch den Aufschwung wurden Werte geschaffen - Werte, die es aufzubewahren und zu schützen galt. Schließlich herrschten in Europa nach wie vor Kriege und soziale Spannungen. Und selbst nach Eröffnung
der ersten Banken wickelte man immer noch alle Zahlungen mit Bargeld ab.

Einzelne Schmiede, Schlosser und Kunsthandwerker waren kaum noch in der Lage, ausreichend Truhen und sichere Behältnisse für die steigende Nachfrage herzustellen.

Somit gründeten die ersten mutigen Meister Geldschrankfabriken, um den Herstellungsprozess zu vereinfachen und zu beschleunigen. An den noch immer sehr aufwendig gearbeiteten und verzierten Geldschränken arbeitete anfangs jeweils nur ein Schlosser vom Beginn bis zur Fertigstellung.

Es waren kleine Manufakturen, in denen die Geldschränke aus Eisenplatten mit Winkeleisen an den Kanten zusammengefügt wurden. Wahre Meisterstücke entstanden - als Ergebnis jahrhundertelanger handwerklicher Tradition.

Künstler und Bildhauer lieferten Entwürfe und verzierten die Geldschränke, die sich an den klassischen Formen und Motiven der alten, bildschönen Geldtruhen anlehnten. Außerdem entstanden Geldschränke mit Schließmechanismen, die Angriffe auf deren Inhalt zur damaligen Zeit nahezu aussichtslos machten ...
    
   
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